Trägerverbund

Projekt Innenstadt e.V. Hamburg

Aktuelle Themen und Schwerpunkte

Lebendige Innenstädte setzen einen funktionierenden Handel voraus. Zu einem positiven Einkaufs- und Freizeiterlebnis gehört die Gestaltung des öffentlichen Raumes und der Gebäude, aber auch eine vielseitige Nutzungsmischung mit Wohn- und Kulturangeboten.

Aufbauend auf der bisherigen Zusammenarbeit mit allen relevanten Politik- und Verwaltungsebenen, vertritt der Trägerverbund die stadtentwicklungspolitischen Interessen der Gewerbetreibenden und der Grundeigentümer in der gesamten Hamburger City.

Eine Interessenvertretung mit großer Beteiligung ermöglicht die Erarbeitung breit getragener Entwicklungsziele sowie die kooperative Einflussnahme auf öffentliche Planungsentscheidungen.
 

Innenstadtkonzept – Masterplan für die Innenstadt

Nach rund 6-jährigen gründlichen Vorarbeiten wurde im Dezember 2010 das Innenstadtkonzept öffentlich vorgestellt. Das Innenstadtkonzept ist ein Rahmenplan für die funktionale und räumliche Entwicklung der Hamburger Innenstadt in den kommenden 10 bis 15 Jahren. Es handelt sich um eine umfassende stadtentwicklungspolitische Ziel- und Maßnahmenformulierung für den wichtigsten und komplexesten Hamburger Stadtraum – die Innenstadt.

In funktionaler Betrachtung werden sieben Handlungsfelder festgelegt:

  1. Aufwertung öffentlicher Räume,
  2. deutliche Stärkung der Innenstadt als Wohnort,
  3. Stärkung des Profils der Innenstadt durch Verbesserung der Einzelhandelslagen. In diesem Zusammenhang wird es vor dem Hintergrund der deutlich unterdurchschnittlichen Marktanteile des innerstädtischen Einzelhandels als notwendig bezeichnet, die innerstädtischen Einzelhandelsflächen auszuweiten, neue Lagen zu erschließen und neuen Angebotsformen Raum zu geben; diese Aufgabe wird vor allem dem Überseequartier in der HafenCity zugewiesen. Voraussetzung ist, dass dort vor allem ergänzender Einzelhandel angesiedelt wird,
  4. Festigung der Innenstadt als zentraler Dienstleistungsstandort insbesondere für Büronutzungen,
  5. Aufwertung der Kulturmeile und der solitären Kulturstandorte durch städtebauliche Aufwertung ihres Umfeldes,
  6. behutsame Verbesserung der architektonischen Gestaltqualität,
  7. stadtverträgliche Organisation und Gestaltung des Stadtverkehrs; die geringe Lärm- und Schadstoffbelastung weiter Teile der Hamburger Innenstadt wird als günstige Voraussetzung für die Ausweitung der Wohnstandorte in der Innenstadt bewertet.

In räumlicher Betrachtung werden 9 Wegebeziehungen als Entwicklungsräume definiert. Jede dieser Entwicklungsachsen wird hinsichtlich ihres Charakters und ihrer stadträumlichen Bedeutung definiert; es werden Defizite aufgezeigt sowie Entwicklungspotentiale und Maßnahmen formuliert.

Zusammengefasst handelt es sich bei dem Innenstadtkonzept mit seiner Gesamtschau der Handlungsfelder um eine »stadtentwicklungspolitische Botschaft« an die Adresse sowohl der privaten Wirtschaft als auch von Politik und Verwaltung. Letztere werden vor allem in die Pflicht genommen, die in ihrem Verantwortungs- und Zuständigkeitsbereich liegenden öffentlichen Investitionen zu tätigen. Privaten Investoren eröffnet das Innenstadtkonzept Aktionsfelder und Perspektiven ihres künftigen Handelns.
Den Wortlaut des Innenstadtkonzepts finden Sie auf der Homepage der Stadtentwicklungsbehörde:
www.hamburg.de/bsu . Das Stichwort lautet: »Stadt im Dialog«.

Beim Innenstadtkonzept handelt es sich um einen Diskussionsentwurf, der – nach thematischen Schwerpunkten gegliedert – in insgesamt vier Veranstaltungen präsentiert und debattiert wurde.

Der erste Themenblock »Handelsstandort Innenstadt« hatte die Einzelhandelsentwicklung zum Inhalt. Der Vorsitzende des Trägerverbundes Projekt Innenstadt, Ludwig Görtz, bezog zu Beginn der Veranstaltung grundsätzlich Position zum Innenstadtkonzept und – darin eingebettet – zum Thema Einzelhandel. Hier finden Sie die »Ausführungen von Ludwig Görtz«.

Nach Abschluss der Diskussionsveranstaltungen werden deren Ergebnisse in eine Überarbeitung des Innenstadtkonzepts einfließen. Danach wird das Stadtentwicklungskonzept der Beschlussfassung durch die Politik zugeleitet. Die Entscheidung von Senat und Bürgerschaft soll diesem Orientierungsrahmen die notwendige politische Verlässlichkeit geben.
 

Innenstadtkonzept

Foto: Citykonzept

Der Trägerverbund hat die Erarbeitung des Innenstadtkonzepts durch Stellungnahmen und Fachdialoge konstruktiv und engagiert begleitet und sich an der öffentlichen Präsentation des Entwurfs des Innenstadtkonzepts am 02. Dezember 2010 beteiligt.

Die Stellungnahme des Trägerverbundes zum Entwurf des Innenstadtkonzepts finden Sie hier:

PDFs zum Download
2011: Stellungnahme des Trägerverbundes zum Entwurf des Innenstadtkonzepts.pdf
1987: Mönckebergstraße / Spitalerstraße – Gestaltungsrahmen – Baubehörde.pdf – ca. 17,5 MB
 

Neue Kooperationsformen: BID als Entwicklungsmotor, PPP-Modelle

Mit dem am 01. Januar 2005 in Kraft getretenen Gesetz zur Stärkung der Einzelhandels- und Dienstleistungszentren (GSED) betrat Hamburg für Deutschland städtebauliches und stadtentwicklungspolitisches Neuland. Das sog. BID-Gesetz schuf die Rechtsgrundlage für wichtige Entwicklungsimpulse – nicht nur in der Innenstadt, sondern auch in den Bezirken.

Foto: Neuer Wall

Seit dem überaus erfolgreichen Pilotprojekt Neuer Wall (Foto) und dem BID Sachsentor in Hamburg-Bergedorf ist die Zahl der BIDs in Hamburg auf 10 gestiegen. Weitere sind in der Planung, u.a. auch das vom Trägerverbund initiierte Projekt »Neues Licht für die Mönckebergstraße«.

Der Trägerverbund hat das Pilotprojekt Neuer Wall gemeinsam mit den Anliegern erarbeitet und die Umsetzung als Mitglied des Lenkungsausschusses aktiv begleitet.

Eine umfassende Übersicht über die Hamburger BID-Projekte finden Sie auf der Homepage der Handelskammer Hamburg.

Handelskammer Hamburg
BIDs in Hamburg

Weitere Informationen zum BID
www.bid-neuerwall.de
 

Stadtentwicklungsprojekte und Standpunkte

HafenCity und Überseequartier

Zeichnung: Standpunkte

Die HafenCity als Erweiterung der Innenstadt um 40 % soll nach der stadtentwicklungspolitischen Grundsatzentscheidung von Senat und Bürgerschaft als Teil der Innenstadt und nicht als neuer Stadtteil konzipiert werden. Die Anbindung der HafenCity an die gewachsene Innenstadt ist ein zentrales Thema und von entscheidender Bedeutung.

Für den Einzelhandel im Überseequartier als dem kommerziellen Zentrum der HafenCity findet diese programmatische städtebauliche Entscheidung ihren Niederschlag auch im Innenstadtkonzept 2014, das die Aufgabe, den Einzelhandel im Überseequartier mit den etablierten Handelslagen im Passagenviertel und in der östlichen City zu verknüpfen, als eine der wesentlichen Herausforderungen der Innenstadtentwicklung der kommenden Jahrzehnte formuliert. Zutreffend wird als Voraussetzung der angestrebten Verknüpfung der Einzelhandelslagen gefordert, dass „bei der Entwicklung des Überseequartiers eine reine Wiederholung bekannter Themen,Warensortimente und Präsentationsformen vermieden wird“. Ziel müsse es vielmehr sein, die Lage des Überseequartiers „für neue Formate und Projekte zu nutzen, um neue Anbieter und Kunden, beispielsweise Besucher von Kreuzfahrtschiffen, zu gewinnen“.

Die im Masterplan HafenCity festgelegte Dimensionierung der Einzelhandelsflächen im gesamten Überseequartier mit 40.000 qm sprengt im Grunde bereits das städtebauliche Entwicklungsziel, dem Einzelhandel im Überseequartier die Funktion einer Ergänzung des Einzelhandelsangebots in der gewachsenen City durch maritime Angebote und innovative Einzelhandelskonzepte zuzuweisen. Doch immobilienwirtschaftliche Gründe waren letztlich für die Festlegung der Größenordnung von 40.000 qm Einzelhandelsfläche im Überseequartier ausschlaggebend.

Die im Dezember 2014 zwischen der Stadt und Unibail-Rodamco geschlossene Vereinbarung über die Gesamtentwicklung und die Realisierung des südlichen Überseequartiers sieht eine Einzelhandelsfläche von 80.500 qm Bruttogeschossfläche vor. Dies entspricht einer Nettoverkaufsfläche von rund 68.000 qm. Einschließlich der bereits entwickelten 8.000 qm Verkaufsfläche des Einzelhandels im nördlichen Überseequartier entstehen damit im gesamten Überseequartier rund 75.000 qm Verkaufsfläche des Einzelhandels und damit fast doppelt so viel wie im Masterplan HafenCity festgelegt.

Diese Planung wird vom Trägerverbund abgelehnt.

In seinem Positionspapier zur Entwicklung des südlichen Überseequartiers kommt der Trägerverbund zu dem Ergebnis, dass das Entwicklungsprojekt von Unibail-Rodamco ein autonomes Quartier in der HafenCity schafft und die Integration von City und HafenCity verhindert. Wegen der zu erwartenden Umsatz-Umverteilungswirkungen zu Lasten des innerstädtischen Einzelhandels destabilisiert das Projekt den Einzelhandel in der gewachsenen City statt ihn zu ergänzen. Die negativen städtebaulichen Folgen für die gesamte Innenstadt und keineswegs nur für den Einzelhandel sind nach Überzeugung des Trägerverbundes deutlich größer als der Gewinn, den die Stadt aus dem Projekt zieht.

Siehe: Positionspapier zur Entwicklung des südlichen Überseequartiers

Siehe: Fakten zum Einkaufszentrum im südlichen Überseequartier

PDF zum Download
2001: Burchardplatz – Revitalisierung des Kontorhausviertels – Stellungnahme.pdf – ca. 65 KB
 

Öffentlicher Raum und Stadtgestalt

Zeichnung: Stadtgestalt Die Gestaltung öffentlicher Plätze und Bauten beinhaltet eine öffentliche Verantwortung und private Handlungsspielräume. Handlungsbedarfe werden bei Vernachlässigung, Unternutzung oder Fehlnutzungen deutlich, wie z.B. beim Gertrudenkirchhof, beim Burchhardplatz im Kontorhausviertel oder bei den Kirchenvorplätzen St. Petri oder St. Jacobi.

JPG zum Download
2003: Gertrudenkirchhof – Lageplan.jpg – ca. 950 KB